Rückblick 2017


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OP im Fokus 2018: „Es braucht eine neue Sicherheitskultur“

Wie können wir jetzt und in Zukunft die Patientensicherheit im OP gewährleisten? Und welche rechtlichen Besonderheiten gibt es bei der Aufgabenteilung im OP zu beachten? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt des traditionsreichen Symposiums „OP im Fokus“, einer Gemeinschaftsveranstaltung der Aesculap AG und des Bibliomed-Verlags. Rund 250 Leitungskräfte aus dem OP trafen sich dazuam 1. Dezember 2017 im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin. „Aus Fehlern lernen, kann Leben retten“ – das verdeutlichte Hedwig Francois-Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (AP), am Beispiel des OP-Bereichs. Denn gerade eine Operation kann mit zahlreichen Risiken für Patienten einhergehen.Das können zum Beispiel Patientenverwechslungen oder derVerbleib von Fremdkörpern im Patienten sein, berichtete Francois-Kettner. Mittlerweile gebe es zahlreiche Maßnahmen, die die Patientensicherheitim OP erhöhen, wie OP-Checklisten. „Viele Fehler resultieren aus mangelhafter Kommunikation“, weiß die ehemaligePflegedirektorin der Charité. Ziel sei deshalb, „eine neue Sicherheitskultur mit einer guten Kommunikationskultur“ zu verbinden. Auf haftungsrechtliche Folgen für Pflegende, wenn sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachkommen, verwies der Jurist DominikRoßbruch. Er klärte auf über rechtliche Fallstricke und zeigte, was Pflegende beachten müssen. „Jede Pflegefachkraft ist selbst verantwortlich, sich zu informieren und auf dem aktuellen pflegewissenschaftlichen Kenntnisstand zu halten“, betonte der Jurist. Dazu dienten etwa Expertenstandards, Leitlinien der Fachgesellschaften oder Hygienevorschriften des Robert Koch-Instituts. Kämen Pflegende dieser Sorgfaltspflicht nicht nach, handelten sie fahrlässig. Je nach Schwere der Fahrlässigkeit habe das auch haftungsrechtliche Konsequenzen für Pflegende: „Wer in besonders schwerem Maße grob fahrlässig handelt, haftet grundsätzlich voll“, verdeutlichte Roßbruch. Allerdings seien in diesen Fällen vom Arbeitgeber gesetzte sogenannte gefahrengeneigte Momente zu berücksichtigen. Dazu zähle etwa Überlastung durch angeordnete Arbeitszeitüberschreitung oder durch personelle Unterbesetzung der Station. „Diese Momente können zu einer nicht unerheblichen Herabsetzung der Schadenersatzpflicht führen.“